Der Goldene Stern

#1 von Gerlinde , 12.04.2017 08:50

Ein Märchen über starke Frauen, den Glauben an die Liebe, und die Überwindung des Todes. Ich habe dieses Exposé geschrieben, um vielleicht daraus ein Drehbuch zu machen. Bitte um Deine Meinung.


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RE: Der Goldene Stern

#2 von 7River , 12.04.2017 20:37

Um ehrlich zu sein, ist es schon sehr lange her, wo ich das letzte Mal ein Märchenbuch gelesen habe. Es war eins, wen wundert's, der Gebrüder Grimm. Vor paar Jahren habe ich es mal gesehen, beim Umräumen war das. Irgendwo müsste es noch rumfliegen. Na ja, wie auch immer.

So was wie Prophezeiungen, Vermählungen und Aufgaben erfüllen kennt man schon aus anderen Märchen. Macht ja auch nichts. Dass da ein Thronfolger ein Buch über Frauenrechte und Charles Darwin liest, finde ich etwas ungewöhnlich. Am Ende heiraten der Willibald, zwar eine Nebenfigur, seinen Prinzen.

Wenn die Figuren menschlich und sympathisch im Drehbuch sind, könnte das auch mit der Homo-Ehe funktionieren. Mit funktionieren meine ich Akzeptanz der (Hetero-) Zuschauer.

Gerlinde, ich bin jetzt auch nicht so bewandert im Drehbuchschreiben, dass Du auf mein Urteil angewiesen bist. Ich bin auch nur ein Amateur. Es gilt: Wenn Du ein Märchendrehbuch schreiben möchtest, mach es.

Ach ja, Montag kommt auf RTL "Maleficent - Die dunkle Fee". Vielleicht kennst Du den noch nicht.


 
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RE: Der Goldene Stern

#3 von Gerlinde , 13.04.2017 10:04

Maleficent habe ich auf DVD, aber noch nicht angesehen.

Zitat
So was wie Prophezeiungen, Vermählungen und Aufgaben erfüllen kennt man schon aus anderen Märchen. Macht ja auch nichts. Dass da ein Thronfolger ein Buch über Frauenrechte und Charles Darwin liest, finde ich etwas ungewöhnlich. Am Ende heiraten der Willibald, zwar eine Nebenfigur, seinen Prinzen.



Ich habe bewusst die klassischen Märchenzutaten mit modernen Sachen angereichert. Ich wollte deutlich machen, dass im 19. Jahrhundert, wo die Geschichte spielt, Mädchenbildung vielerorts ein Fremdwort war, außer in den höheren Schichten, aber auch dort nur bedingt. Christine de Pizan/Pisan, auf dessen Buch sich Jakob bezieht, wurde im 12, Jahrhundert geschrieben, und im 16. Jahrhundert gedruckt. Ich wollte Jakob als eine positive Männerfigur erschaffen, der klug und feministisch ist, und seinen eigenen Weg gehen will. Die Neben.Nebenfigur Willibald war nur der Kontrast zu Jakob und Freya, die ihm überlegen ist, aber es nicht sein darf, und, um zu zeigen, dass diese Ehe arrangiert war, und er gegen seine eigene Identität handeln musste, als er Freya den Hof macht, dass er aber lieber Männer hat. Ich weiß allerdings noch nicht, wie ich diese "Heirat" zeigen soll, oder, ob ich das nur andeute. Schreibe gerade das Treatment, bin mit Step 2 zu Ende.


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RE: Der Goldene Stern

#4 von 7River , 14.04.2017 17:08

Hut ab. Du bist Akkordarbeiterin. Ich bin gerade mit was zugange. Die ersten Szenen habe ich geschrieben. Es ist ein Low-Budget-Ding. Den Anfang halte ich für gut. Nur das Ganze ist vage und ob ich es weiterspinnen kann, steht noch in den Sternen.

 
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RE: Der Goldene Stern

#5 von Gerlinde , 14.04.2017 20:01

Na, so fleißig, wie Du tust, bin ich nun wirklich nicht! Schön wär's! Bei meinem Treatment musste ich einen Rückschlag erleben, weil plötzlich die Szenenüberschriften und Nummern falsch formatiert waren. Hab alles noch einmal neu schreiben müssen (glücklicherweise hatte ich das Exposé als PDF, und das Treatment gerade erst begonnen). Hab alles zu DramaQueen geschickt, die werden es sich ansehen, und den Fehler finden (vermutlich ein eingeschlichener Bug).

Zitat von 7River im Beitrag #4
Die ersten Szenen habe ich geschrieben. Es ist ein Low-Budget-Ding. Den Anfang halte ich für gut. Nur das Ganze ist vage und ob ich es weiterspinnen kann, steht noch in den Sternen.


Schreibst Du kein Exposé und Treatment vorher? Um zu wissen, wohin die Reise gehen soll, braucht man den Anfang und das Ende, und, in groben Zügen, das Mittelteil. So sehe ich früher oder später, ob etwas funktioniert.


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RE: Der Goldene Stern

#6 von 7River , 15.04.2017 14:02

Bei diesem Kurzfilmdrehbuch schreibe ich kein Exposé. Zuletzt habe ich bei "Impuls" ein Exposé geschrieben.

Ich hatte nur den Anfang im Kopf und vage Vorstellungen, wie es weitergehen könnte. Es hätte vom Genre Horror, Sci-Fi oder Drama werden können.

Wie es manchmal so ist, haben sich heute morgen im Hallenbad die einzelnen Puzzle-Stücke zusammengefügt. (...) Jetzt habe ich den Anfang, die Mitte und das Ende des Kurzfilmdrehbuchs.

Im Kopf habe ich quasi das gesamte Kurzfilmdrehbuch. Feinheiten usw. kommen ganz zum Schluss.

 
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RE: Der Goldene Stern

#7 von Gerlinde , 16.04.2017 08:44

Ich schreibe auch bei einem Kurzfilm ein Exposé und Treatment. Ich muss sehen, wohin die Reise gehen soll. Beim Exposé lege ich die einzelnen Steps in groben Zügen fest. Beim Treatment beschreibe ich einzelne Szenen (ohne Dialoge, aber schreibe, was gesagt wird), präzisiere also mehr. Und beim Drehbuch füge ich Dramatik, Humor, oder Action hinzu, je nachdem, was gebraucht wird. Parallel arbeite ich z.B. an einem Kurzfilmdrehbuch, Arbeitstitel "Der Bruch". Hier die Eröffnungsszene aus dem Exposé, dem Treatment und dem Drehbuch.

Exposé:

GEORG (39) sitzt in seinem Penthouse. Er hat eine Frau, MIRIAM (30) zu Gast, mit der er flirtet. Das Telefon KLINGELT. Georg hebt ab. Eine männliche STIMME (45) meldet sich, und sagt, dass er in die Garage zu seinem Auto gehen soll. Er verabschiedet Miriam.

Treatment:

Innen. Penthouse Georg/Wohnzimmer - Dämmerung 1
GEORG (39) sitzt in seinem Penthouse. Er hat eine Frau, MIRIAM (30) zu Gast, mit der er flirtet. Das Telefon KLINGELT. Georg hebt ab. Eine männliche STIMME (45) meldet sich, und sagt, dass er in die Garage zu seinem Auto gehen soll. Er verabschiedet Miriam, und zieht sich etwas über. Miriam schmollt. Beide verlassen das Penthouse.

Drehbuch:

Fade in:
1 Innen. Penthouse Georg/Wohnzimmer - Dämmerung 1
Ein teuer eingerichtetes Penthouse. GEORG (39), ein schlanker, durchtrainierter Mann im Smoking und mit einer schwarzen Fliege, sitzt auf einer Ledercouch.
Neben ihm sitzt MIRIAM (30), eine schlanke dunkelhaarige Frau in einem teuren Abendkleid. Beide flirten mit den Augen miteinander.
Ein Lied hört auf, ein neues Lied beginnt.
GEORG
Möchtest Du tanzen?
Miriam lächelt.
MIRIAM
Gerne.
Beide stehen auf, tanzen einige Takte. Bis das Telefon KLINGELT.
Mit entschuldigendem Blick löst sich Georg von seiner Tanzpartnerin. Er nimmt den Hörer ab.
GEORG
Hier bei Danzer. Was kann ich für Sie tun?
STIMME(o.s.)
(Deutsch, mit US-Akzent)
Gehen Sie bitte umgehend zu Ihrem Wagen. Sie und ihr Team haben einen neuen Auftrag.
Wortlos legt Georg auf. Mit traurigem Blick sieht er Miriam an, die ihn fragend ansieht.
GEORG
Es tut mir so Leid, Liebling. Das war mein Chef. Ein Notfall in der Firma. Ich muss sofort hin.
Er geht zum Kleiderständer, und kommt mit einem teuren Nerzmantel zurück, den er ihr anzieht. Miriam schmollt, und das Gesicht von Georg sagt, dass er sich auch einen schöneren Abend vorgestellt hat.
Er geht zur Stereoanlage, und schaltet sie aus. Dann holt er seinen Mantel, zieht ihn über. Beide verlassen den Raum.
Dissolve to:

Wie Du siehst, zuerst ein grober Step, dann eine feiner ausgearbeitete Treatmentszene, und zum Schluss die fertige Drehbuchszene. Ohne Planung hätte ich sie nie hinbekommen.


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RE: Der Goldene Stern

#8 von 7River , 16.04.2017 09:37

Jeder hat seine eigene Herangehensweise, denke ich mal. Aber Dein Beispiel ist ganz hilfreich. Es veranschaulicht, wie man es machen kann.

Der Arbeitstitel meines Kurzfilmdrehbuchs lautet "Moment der Stille". Den Anfang und das Ende habe ich bereits fertig geschrieben. Der Mittelteil erfordert noch etwas Arbeit.

 
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RE: Der Goldene Stern

#9 von Gerlinde , 17.04.2017 09:49

Um was geht es beim "Moment der Stille"? Also, bei dem Titel fällt mir spontan ein Kloster ein, dass ich in jungen Jahren in Belgien (in der Nähe von Spa) besuchte. Oder an die Stille in mir, als ich erfuhr (über vier Ecken), dass meine Mutter tot ist (und ich konnte ihr nie sagen, dass ich ihr vergeben habe). Grauenhafte Zeiten für mich!


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RE: Der Goldene Stern

#10 von 7River , 17.04.2017 12:34

Unter anderem wird die heutige Gesellschaft behandelt, Leistungsdruck, Existenzangst, nicht zu Ruhe kommen, Lärm, der krank macht. Besser gesagt: Das wird da angerissen. Es ist ein Shocking-Short-Drehbuch.

Wie soll ich sagen, der erste Entwurf ist schon fertig. Kann's noch gar nicht glauben. Am Osterwochenende fertig geschrieben. Das ist das erste Kurzfilmdrehbuch, das ich dieses Jahr geschrieben habe. Ich dachte, mir würde nichts mehr einfallen. Drei, vier Monate lang hatte ich die Idee, die ersten Szenen, eines verzweifelten Mannes im Kopf. Am Wochenende sind mir die Ideen zu dem Mittelteil und Schluss gekommen.

Jetzt muss ich nur noch das Drehbuch meinen Testleser zukommen lassen. Was er dazu sagt und wie er es findet.

PS: Das mit Deiner Mutter war sicherlich nicht einfach.


 
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RE: Der Goldene Stern

#11 von Gerlinde , 18.04.2017 03:31

Klingt interessant. Nur, ich frage mich die ganze Zeit, warum die meisten Drehbücher im Amateurbereich aus dem Horrorfilm-Genre kommen, anstatt aus anderen Bereichen, wie Comedy, Drama, Dramedy oder Krimi/Thriller?


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RE: Der Goldene Stern

#12 von 7River , 18.04.2017 09:02

Es ist im Grunde ein Drama. Shocking Shorts müssen nicht zwangsläufig Horrorfilme sein.

 
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RE: Der Goldene Stern

#13 von Gerlinde , 18.04.2017 12:55

Zitat von 7River im Beitrag #12
Es ist im Grunde ein Drama. Shocking Shorts müssen nicht zwangsläufig Horrorfilme sein.


Ich habe damit auch nicht Dein Drehbuch gemeint, sondern allgemein. Die meisten Filme im Bereich Amateurfilm sind Horrorfilme, meist mit grauenhafter Story, miesen Schauspielern, bescheidenem Schnitt, und über die Regie legen wir am Besten den Mantel der Nächstenliebe.


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