Märchen einmal andersrum

#1 von Gerlinde , 16.03.2017 04:44

Ich habe mir einige alte Märchenfilme in den letzten Tagen angesehen, in der Hoffnung auf Inspiration. Und, vielleicht kam sie? Mir fiel auf, dass Frauen/Mädchen meist das zu rettende Opfer (Dornröschen), oder das mehr oder weniger nette Beiwerk (Hänsel und Gretel) sind, die am Ende aus der Weibschenrolle ausbrechen, und aktiv werden. Selten waren Frauen/Mädchen von Anfang an aktiv. Und wenn, dann nur, um Brüder/Väter oder Liebsten zu retten. Auch das Böse wurde meist nur böse dargestellt.
Was aber wäre, wenn diese Figuren anders wären? Wenn der Teufel der Held wäre, oder Gretel von Beginn an Vater und Bruder zeigt,m wo es lang geht? Und die Stiefmutter kein "böses Weib", keine Xantippe, sondern eine Frau wäre, die den Männern das fürchten beibringt, die sie unterdrücken wollen?
Verstehst Du, was ich meine? Ein Märchen, mit den bekannten Zutaten neu schreiben?


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RE: Märchen einmal andersrum

#2 von 7River , 16.03.2017 17:10

Sicherlich kann man so ein Märchen etwas verändern und in die heutige Zeit verlegen. Wenn man die Rollen aber zu sehr vertauscht, könnte es nicht mehr funktionieren. Ich weiß nicht.

 
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RE: Märchen einmal andersrum

#3 von Gerlinde , 16.03.2017 20:00

Ich meine NICHT, das Märchen in die heutige Zeit zu transferieren, das würde nicht funktionieren. "Das tapfere Schneiderlein" im Jahr 2017 ! Oder Schneewittchen und Hänsel und Gretel. Ich dachte eher daran, dass die Rollenklischeees aufgebrochen werden. Zum Beispiel ist bei "Hänsel und Gretel" , Hänsel zunächst der thoughe Junge, und Gretel nichts weiter als seine kleine Schwester. Erst gegen Ende wird sie mutig, als sie die Hexe in den Ofen schiebt, um Hänsel zu befreien. Soweit das Originalmärchen.
Was aber wäre, wenn Gretel, und nicht Hänsel das Gespräch der Eltern belauscht hätte? Sie ihren Bruder warnt, der es aber nicht glauben will (es kann nicht sein, was nicht sein darf), und sie, und nicht Hänsel, auf die Idee mit den Steinen kommt? Und, wenn die Hexe keine böse Hexe, sondern eine arme alte und missverstandene Frau wäre, die sich nach Familie sehnt, und Gretel Magie beibringt, Hänsel aber nicht, der daraufhin eifersüchtig wird, und die Hexe töten will, von Gretel aber daran gehindert wird? Und, wenn die Stiefmutter nicht die Böse wäre, sondern der Vater?
So meine ich das!
Bei alten Märchen erwartet man etwas. Und wenn diese Erwartung durchbrochen, und eine völlig neue Story erzählt wird, die mit den Ingredienzien der Märchen spielt, sie auf den Kopf stellt?


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Häsel und Gretel reloaded

#4 von Gerlinde , 16.03.2017 21:20

SYNOPSIS:

GRETEL (12) ist ein aufgewecktes Mädchen, dass auf ihren jüngeren Bruder HÄNSEL (10) aufpasst. Beide leben mit VATER (36), der hochtrabende Pläne hat, die er nie verwirklicht, und STIEFMUTTER (33) in einem heruntergekommenen Haus am Waldrand. wo der Vater versucht, auf dem kargen Stück Land etwas zu ernten, was er in der Stadt verkaufen kann.

Als er wieder einmal erfolglos nach Hause kommt, denkt er in Panik daran, wie alle überleben sollen? In ihm setzt sich der Plan fest, dass er ohne Kinder besser dran wäre, eine Meinung, die seine Frau nicht teilt. Als Gretel, die Hunger hat, in die Küche gehen will, belauscht sie das Gespräch zwischen Vater und Stiefmutter, und sammelt am nächsten Morgen heimlich Steine. Sie sagt Hänsel, was der Vater vorhat, aber der will ihr nicht glauben. Er glaubt ihr aber, als der Vater sie wirklich verlässt.

Mit Hilfe der Steine kommen beide nach Hause, wo der Vater überlegt, wie er an Geld kommen kann? Der BÜRGERMEISTER (55) des Ortes, verheiratet, und notorischer Schürzenjäger, bietet dem Vater viel Geld, wenn er mit dessen Frau schlafen darf. Als der Versuch des Vaters, beim reichen Bruder seiner Frau, dem WIRT (40) unterzubringen sich zerschlägt, und er das Angebot des Bürgermeisters nicht annehmen will, versucht er erneut, die Kinder auszusetzen. Als er bemerkt, dass Gretel kleine Steine auf dem Boden wirft, die sie vorher gesammelt hat, zwingt er sie die Tasche zu lehren, aber Gretel nimmt stattdessen das mitgenommene Brot, das sie als Krümel verteilt. Jedoch fressen die Vögel diese auf.

Der Vater kommt allein nach Hause, und seine Frau will ihn verlassen, und nach den Kindern suchen. Aus Frust darüber, weil sie ihm nicht gehorcht, nimmt er das Angebot des Bürgermeisters an. Hänsel und Gretel irren im Wald umher, bis sie ein einfaches Haus finden, an deren Fenstern und Türen allerlei Zuckerwerk hängt. Die HEXE (60), der das Haus gehört, bittet beide, einzutreten, gibt ihnen Essen und ein Platz zum Schlafen.

Während die Stiefmutter ihren Mann wegen des Handels mit dem Bürgermeister verlassen hat, und Hänsel und Gretel sucht; lernt Gretel von der Hexe Magie und Kräuterkunde, was Hänsel eifersüchtig macht, und er überredet Gretel, ihm Magie beizubringen. und plant, als er glaubt, genug Magie zu beherrschen, Gretel und die Hexe zu töten.

Beim Versuch, die Hexe zu töten, tötet Gretel ihn, und begreift, dass die Männer in ihrem Leben sie nur ausgenutzt hat. Als die Hexe sie fragt, ob sie für immer bei ihr bleiben will, stimmt sie zu. Die Stiefmutter, die ihrem Mann und vor der versuchten Vergewaltigung des Bürgermeisters geflohen ist, findet das Hexenhaus, und bleibt dort, so dass es eine „3 - Generationen - WG“ wird. Der Vater, weil er dem Bürgermeister das Geld nicht zurückgeben will, kommt in den Schuldturm.


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RE: Häsel und Gretel reloaded

#5 von 7River , 17.03.2017 19:39

So wirklich nach heutiger Zeit klingt das nicht, Gerlinde. Ich weiß nicht.

Irgendwas in Richtung böse Stiefmutter und Kinder, die fortlaufen zu ihrer Oma. Dort kommen sie nicht an, sondern geraten in die Hände eines Kinderfängers, der sie an Perverse verkaufen will. So etwas in dieser Art. Es muss ja nicht alles wie in dem Märchen sein.

Man sollte auch die Umsetzung berücksichtigen. Nicht zu viele Charaktere.

Bürgermeister und so weiter klingt nach 50er- oder 60er-Jahre.

 
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RE: Häsel und Gretel reloaded

#6 von Gerlinde , 18.03.2017 00:57

Es sollte auch nicht in der heutigen Zeit spielen. Es sollte sich um Frauen/Mädchen handeln, die in ihrer Zeit aus den traditionellen Rollen ausbrechen. Sollte zeigen, dass auch damals das schon möglich war.


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RE: Häsel und Gretel reloaded

#7 von 7River , 18.03.2017 13:08

Ach so! Und bist Du schon am Schreiben des Drehbuchs?

 
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RE: Häsel und Gretel reloaded

#8 von Gerlinde , 18.03.2017 17:45

Ich schreibe paralel zum anderen Drehbuch (Exposé), auch am Exposé von Hänsel und Gretel reloaded". Das dauert seine Zeit. Diesmal hetze ich mich nicht!


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RE: Häsel und Gretel reloaded

#9 von 7River , 18.03.2017 23:23

Das brauchst und sollst Du auch nicht.

Im Moment habe ich zwei vage Ideen, mehr nicht. Ob ich davon was machen kann, weiß ich noch nicht.

 
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RE: Häsel und Gretel reloaded

#10 von Gerlinde , 20.03.2017 02:50

Wenn ich so wage Ideen habe, überlege ich mir dreierlei. Wie soll der Plot laufen (Anfang, Mitte, Ende)? Wer soll der Protagonist, die Protagonistin sein? Was treibt ihn/sie an? Dann entscheidet sich früher oder später, ob ich daraus was machen will, oder nicht. Ob es dann funktioniert, oder ich es wieder in die Tonne werfe, sehe ich meist erst beim Schreiben.


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RE: Häsel und Gretel reloaded

#11 von Gerlinde , 23.03.2017 03:03

Im Forum von SlashCam, wo ich das Thema auch reingestellt habe, scheint der Tenor zu sein, dass man Märchen nicht verändern soll. Die Hexe und die Stiefmutter sollen böse sein, der Vater schwach, Gretel ängstlich, und Hänsel pfiffig. Aber, wenn ich mir Märchenfilme ansehe, auch die Parodien, so haben alle die Grundinhalte nie verlassen, sondern nur neu interpretiert. Schau Dir einmal Hänsel und Gretel von der ARD an (Märchenfilme im Ersten), und die Verfilmung des ZDF (KiKA), und Du siehst es! Und ich behalte die Grundelemente (Figuren und Ablauf) bei, nur interpretiere sie neu. Ich kann nicht verstehen, warum andere damit ein Problem haben!

Bezüglich Bürgermeister:

Ich hätte auch den alten Begriff Dorfschulze wählen können, nur, den kennt heute kaum jemand.


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RE: Häsel und Gretel reloaded

#12 von 7River , 23.03.2017 06:53

Dann versuche doch einfach, die Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen. Vielleicht klappt es ja.

 
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RE: Häsel und Gretel reloaded

#13 von Gerlinde , 23.03.2017 10:59

Ich habe schon das andere Projekt (Paula gegen die Bank) gelöscht, weil ich mich zu sehr verzettelt habe, zu viel wollte, und nichts wirklich passte. Ich denke darüber nach, auch Hänsel und Gretel reloaded sterben zu lassen. Nicht, weil ich nicht weiter komme, sondern, weil ich das Gefühl habe, gegen Windmühlen anzukämpfen. Und, mir geht es momentan gesundheitlich nicht so gut. Muss eine Diagnose verdauen.


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RE: Häsel und Gretel reloaded

#14 von 7River , 23.03.2017 18:46

Ja, mit der Gesundheit ist das so eine Sache. Ein Auf und Ab. Gute Besserung. Hoffentlich ist es nichts Ernstes.

 
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RE: Häsel und Gretel reloaded

#15 von Gerlinde , 24.03.2017 07:01

Es ist eine nicht sehr schöne Diagnose, die mich ein Körperteil hassen lässt, dass befallen ist.


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