SELBSTMORD

#1 von Gerlinde , 04.10.2016 03:44

Der Selbstmord der eigenen Tochter, bringt eine gläubige Mutter dazu, das eigene Leben zu überdenken, und eine Entscheidung mit verehrenden Folgen zu treffen.


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RE: SELBSTMORD

#2 von 7River , 04.10.2016 23:13

Die Geschichte hat Potential, finde ich. Einige Dialoge sind wieder zu erklärend. Peter ist teilweise zu klischeehaft.

Für einen Außenstehenden muss von Anfang an klar sein, dass es hier um eine bestimmte Glaubensgemeinschaft geht.

Ich hätte es besser gefunden, wenn Anna und Karin geplant hätten, wegzulaufen, um woanders ein neues Leben anzufangen. Peter hätte davon Wind bekommen (vielleicht Spionage-App auf Annas Handy installiert). Karin allerdings macht im entscheidenen Moment einen Rückzieher, ihr fehlt der Mut. Anna wartet vergebens am vereinbarten Treffpunkt. Peter taucht dort auf, ist schadenfroh, dass Karin nicht gekommen ist. Zuhause will Peter Anna bestrafen, dabei bringt er sie um. Er gibt es als Unfall aus. Bei der Beerdigung auf dem Friedhof lässt er es Karin wissen, nimmt sie beiseite, und zeigt ihr seinen Hass und seine Verachtung.

Du hast es ja schon in dieser Richtung im Drehbuch gehabt. Klar. Ist auch gut so. Nur nicht so dramatisch. Das Ende mit Karins Dialog usw. verdeutlicht es nicht so richtig.

 
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RE: SELBSTMORD

#3 von Gerlinde , 05.10.2016 00:42

Das Drehbuch basiert, wenn auch sehr frei, auf einer wahren Begebenheit, die in den USA bei den Mormonen in den Siebzigern passierte. Zwei Dinge, die unbekannt waren, habe ich mir erlaubt, zuzufügen, bzw. zu verändern:

1. In Wirklichkeit wusste niemand, wer die Geliebte der Frau war, da es keine Aufzeichnungen des Opfers gab. Ich hab der Geliebten (Karin) ein Gesicht gegeben, und ihr auch ein Grund, warum sie bei Mann und Kirche blieb.
2. Der Täter, bei mir "Peter" genannt, war fanatisch, und hing einem antiken Frauenbild nach, wie es im Süden von Utah häufig anzutreffen ist. Auch heute noch.
Ich wollte drei Dinge im Drehbuch aufzeigen, was mir anscheinend nicht gelungen ist:

1. Das Fanatismus Menschen tötet (auf die eine oder andere Weise, durch Mord oder Selbstmord).
2. Das vor allem Frauen in diesen fundamentalistischen Glaubenssystemen die Arschkarte gezogen haben, und
3. Dass in diesen Gruppierungen eine krankhafte Homophobie herrscht, die von den Betroffenen so verinnerlicht wird, dass sie lieber in der Gemeinschaft bleiben, als ein freies und unabhängiges Leben zu führen.


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RE: SELBSTMORD

#4 von 7River , 05.10.2016 09:34

Es ist Dir wohl gelungen. Ist ja, denke ich mal, ein erster Entwurf. Nur da fehlt jetzt diese gewisse Dramatik. Dass Karin sich nur am Grab entschuldigt, reicht nicht aus.

Fanatischer Glaube kann auf verschiedene Weise dargestellt werden. Das kam schon rüber.

 
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RE: SELBSTMORD

#5 von Gerlinde , 05.10.2016 10:36

Zitat von 7River im Beitrag #4
Es ist Dir wohl gelungen. Ist ja, denke ich mal, ein erster Entwurf. Nur da fehlt jetzt diese gewisse Dramatik. Dass Karin sich nur am Grab entschuldigt, reicht nicht aus.

Fanatischer Glaube kann auf verschiedene Weise dargestellt werden. Das kam schon rüber.


Die Dramatik in der Hauptstoryline (Anna) war gegeben. Habe es mit dem Storytelling-Programm von DramaQueen abgecheckt. Nur, es kann sein, dass diese Dramatik nicht Dir entspricht. Bezüglich Karin: Als Anna sich entschieden hatte´, Peter zu verlassen, rief sie Karin an, um es ihr mitzuteilen. Sie wartete nicht Karins Antwort ab, sonst hätte sie schon damals das gehört, was Karin am Grab sagte. Es gibt ein schönes Gedicht, welches die Situation beider Frauen beschreibt. Es ist von Ursula Scheu, der bekannten Feministin und Linguisttin:

Zitat
wenn du das blatt
aus deinen augen löst
das ganz damit verwoben
und all die blüten siehst
die ich um dich verstreue
stehst du am ufer eines sees
den du gefahr nennst und ich
schönheit


Quelle: http://www.ursula-scheu.de/home.php (Hervorhebung von mir)

Anna war bereit für Veränderung, Karin nicht, weil sie das Vertraute nicht gegen etws eintauschen wollte, was ihr nicht das Gewohnte gab . Sicherheit und Anerkennung! Eine Entscheidung, vor der auch heute viele lesbische und bisexuelle Frauen stehen.


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RE: SELBSTMORD

#6 von 7River , 05.10.2016 11:03

Wie auch immer, Gerlinde, Film ist Dramatik. Die beiden Damen hatten vor, gemeinsam ein neues Leben zu beginnen. Sicherlich funktioniert das so im Drehbuch.

Man hätte auch zuvor Peter zeigen können, wie bei ihm langsam das Misstrauen größer und größer wird. Wie schon erwähnt, am vereinbarten Treffpunkt erscheint Karin nicht. Dafür aber Peter. So gesehen trägt Karin Mitschuld am Tod von Anna. Hierbei würde die böse Art von Peter noch um einiges verstärkt.

Ist aber nur meine Meinung.

 
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RE: SELBSTMORD

#7 von Gerlinde , 05.10.2016 13:07

Hatten die beiden eben NICHT! Anna wollte, Karin, trotz ihrer Gefühle für Anna eben NICHT!
Ausgangssituation war Maikes Selbstmord, und die Geschichte beider Frauen wird in Rückblenden erzählt, um Maikes Verzweiflung zu zeigen, die von ihrer lesbischen/bisexuellen Mutter Hilfe und Unterstützung erwartete, und diese nicht bekam. Und erst Maikes Abschiedsbrief, ließ sie über ihr Leben nachdenken, und eine Entscheidung treffen.
Peter sollte nichts von Karin wissen. Er soll, weil er die Trennung seiner Frau als Verrat erlebte, und er zudem Angst vor dem Alleinsein hatte, zu einer Kurzschlusshandlung motiviert werden. Jed der Hauptfiguren (Anna, Peter,, Maike und Karin) hat eine eigene Storyline gehabt.


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