Die nervigsten Fantasyklischees?

#1 von Phoenix_Writer , 28.03.2018 08:55

Hallo Community,

Eine der wohl häufigsten/wichtigsten Regeln, wenn’s um Schreiben geht: So wenig Klischees wie möglich. Klar! Bei einigen Genres – wie Science-Fiction – lässt sich das wohl kaum vermeiden. Aber Science-Fiction ist mehr ein Setting als Genre, oder?
Fantasy jedoch nicht. Daher lasst uns die nervigsten Fantasy-Klischees aufzählen, die es gibt.
Man muss dennoch sagen: »Es gibt Unterschiede!«. Da gibt es einmal High-Fantasy, dass ist so in der Richtung Game of Thrones oder u.a. auch Herr der Ringe. Das »normale« Fantasy dagegen ist so in der Richtung Harry Potter. – Dennoch haben diese Beiden viel gemeinsam.
Eben z.B. die Klischees.
Also, was sind eurer Meinung nach – die nervigsten Klischees?!

Bye,
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RE: Die nervigsten Fantasyklischees?

#2 von Gerlinde , 28.03.2018 10:48

Die meisten Geschichten arbeiten nach dem Motto GUT gegen BÖSE, wobei die Figuren meist ein-oder zweidimensional sind. Bei Fantasyfilmen unterscheide ich zum einen zwischen Verfilmungen von Büchern, wo die Autoren und Regisseure sich relativ eng an die Vorlage halten müssen, um das Fanpublikum nicht zu enttäuschen, und zum anderen den Autorenvorlagen. Z.B. ist "Die Nebel von Avalon" (hab ich als DVD) nur in groben Zügen mit dem Buch von Marion Zimmer Bradley zu vergleichen, da der Kern ihrer Botschaft, die Arthus-Sage aus Frauensicht zu erzählen, nicht erfüllt wurde, zugunsten männlicher Schlachtgemälde. Ein gut umgesetztes Fantasybuch fand ich hingegen "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende (den ersten Teil der Filmreihe, die beiden anderen waren eher mies).
Was mich bei den Fantasyklischeés mit am meisten nervt, ist, dass viele Geschichten vorhersehbar sind, und zum anderen, dass das Gute nur gut, das Böse nur böse ist, und die Autoren sich nicht die Mühe machen, diese Figuren näher zu durchforsten. Warum wurde das Böse so böse? Was waren seine/ihre Brüche, die sie so werden ließen. Vor einiger Zeit schrieb ich einmal ein Drehbuch mit dem Titel "Der goldene Stern". Darin ging es um eine junge Frau, die ihrem Stern folgt, weil eine Hexe ihr geweissagt hat, dass dieses ihr Glück sein soll. Ihre Gegenspielerin, die ihr alles vermiesen wollte, war die Königin, die verhindern wollte, dass eine Bürgerliche (die sie selbst vor der Ehe war), ihren Sohn heiratet, den sie mit der Tochter eines anderen Königs verkuppeln wollte. Nachdem die Heldin gestorben war (Heldenreise), und wieder auferweckt wurde, konnte sie ihren Prinz in die Arme schließen, und die Königin erfährt, dass das "arme" Mädchen adelig ist, aber die Mutter aus Liebe auf ihren Titel verzichtet hat. Der letzte Twist war, dass ihr Sohn und ihre Schwiegertochter kein König und Königin sein wollten, sondern Lehrer, und, dass die ältere Schwester den Thron bekam, und König und Königin in Urlaub gingen, wo sie ihre Liebe füreinander neu entdeckten.
Konventionell? Vielleicht, aber dafür waren die Figuren dreidimensional. Und es wurde deutlich, warum die Königin so ein Biest war (wegen ihrem Vater).


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