Superhelden-Webserie

#1 von Phoenix_Writer , 07.03.2018 08:35

Hallo Drehbuch-Community,

Wie ich schon in meinen Vorstellungsthread erzählt habe, plane ich derzeit eine Webserie.
Diese soll wie ’ne Mischung aus VGHS – nebenbei eine der besten Serien, die du auf YouTube finden kannst. Vielleicht verlinke ich mal die erste folge – Superhelden werden.
Das heißt, dass es eine Schule für Superhelden wird. Allerdings haben die Charaktere auch die normalen Probleme (Freunde, Beliebtheit, etc.). Dazu wird eine große Packung Action und Humor aufgemacht. Quasi wie ein Marvel-Film bloß mit Superhelden-Schülern, Alltagsproblem und es geht kein 2 – 3 Stunden lang.
Allerdings habe ich ein fettes Problem: Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll! Habt ihr Tipps? Sollte ich die Heldenreise benutzten?

Bye,
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RE: Superhelden-Webserie

#2 von Gerlinde , 08.03.2018 06:28

Warum gleich so groß einsteigen? Versuch doch erst mal klein anzufangen. Schreib doch mal eine Geschichte über einen der Superheldenschule. Z.B., wie er herausfand, dass er Superkräfte hat (und welche das sind)
Wie lange sollte denn eine durchschnittliche Folge dieser Serie sein? Länger als 10 Minuten macht keinen Sinn für eine Webserie. Und da ist die Heldenreise nicht so gut. Ich würde Dir empfehlen, die Serie in Akte einzuteilen, und zwar so, dass in jeder Folge ein Schüler (und seine Storyline) im Mittelpunkt steht, und es am Ende einen Cliffhanger gibt, der neugierig darauf macht, wie es weitergeht. Jeder der Hauptfiguren (Protagonist oder Antagonist) braucht ein WANT und ein NEED. Das want sagt aus, was das Ziel der Person ist (ein Rennen zu gewinnen, eine andere Person zu heiraten, sich zu rächen, etc.), und das need zeigt das innere Bedürfnis der Figur. Zum Beispiel will der Rennfahrer das rennen gewinnen, um dem Vater zu zeigen, dass er kein Loser ist, oder der Mann die Frau heiraten, weil sie reich ist. Dann ist es wichtig, die Person in seinem gewohntem Leben zu zeigen. Erst dann folgen die Wendepunkte (Anstoß, Plot Point 1, Midpoint, Plot Point 2, Klimay, und, wenn man noch will, einen letzten Twist)
Ich würde Dir raten, sich zuerst über den Anfang, die Mitte und das Ende der Story zu machen. Dann einen Plot zu entwickeln, und die fehlenden Räume auszufüllen. Gut ist es auch, sich Gedanken über die Personen zu machen. Wer sie sind, wie ihr Background ist, welche Spleens und Wunden sie haben (körperliche oder seelische)? Schreib dazu am Besten eine kleine Biografie, um sich den Figuren zu nähern. Und dann entwickle Deine Geschichte Schritt für Schritt.
Benutzt Du zum Schreiben eine Software? Es gibt kostenlose (Celtx) und solche, die etwas kosten. 7River benutzt z.B. Final Draft, ich DramaQueen. Ich mag mein Programm, weil es mir visualisiert, wo die Wendepunkte sind, und ich habe alles beisammen. Eine gute Hilfe zum Schreiben eines Drehbuchs ist auch diese Seite von DramaQueen:
https://dramaqueen.info/wiki/was-ist-dramawiki/
DramaQueen wurde von Filmschaffenden entwickelt, deren Film "Auf Augenhöhe" vor kurze auf dem Kinderkanal lief.


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RE: Superhelden-Webserie

#3 von Phoenix_Writer , 08.03.2018 16:03

@Gerlinde Danke für Deine Antwort!
VGHS ist so ähnlich wie dein Vorschlag aufgebaut. Jede Folge hat einen der vier Hauptcharaktere im Vordergrund. Dier erste Staffel ist wie die Heldenreise aufgebaut. – Achte mal drauf, wenn du dir die ganze Serie anguckst!
Zweitens ist mir schon klar, dass 10 min. nicht reichen. Das war ja auch nur die 1. Folge. Ich werde wahrscheinlich 20 – 30 min. machen.
Drittens ich gehe meistens nachdem Motto »think big. Edit small.« vor. Das heißt nichts anderes als: Du schreibst deine Geschichte wie du sie willst, dann bearbeite sie so dass sie umsetzbar ist.
Im Prinzip ist jede Folge, dann ein Teil der Heldenreise.
Im Übrigen schreibe ich mit dem Programm »Scrivener«.

Grüße,
Phoenix_Writer

P.S.: Noch mehr Tipps?

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RE: Superhelden-Webserie

#4 von Gerlinde , 09.03.2018 06:17

Ja. Lies so viele Drehbücher wie möglich, studiere, wie die Dialoge, wie die Beschreibungen aufgebaut sind. Achte,darauf, wo sie Wendepunkte gesetzt sind, und, wie der Weg dahin führt. Selten ereignen sich Wendepunkte "plötzlich". Lies auch das, was ich dazu geschrieben habe.
Zu Deinem Projekt:
Jede Folge sollte ungefähr gleich lang sein. Wenn Du also unbedingt zu Beginn eine Webserie starten willst, sollte jede Folge ungefähr gleich lang sein. Im Normalfall ist der Pilotfilm sogar länger. Ich würde es so aufbauen, dass in der ersten Folge Protagonisten und Antagonisten in ihrer "normalen" Welt vorgestellt werden (mit allen Teenagerproblemen), dann, wie sie ihre Superkräfte bekommen, und herausfinden, und am Ende, wie sie auf die Schule kommen. Alternativ wären schon alle auf der Schule, und in Rückblenden würde erzählt, wie sie dahin gekommen sind.
Wie viele Superhelden willst Du nehmen? Welches Geschlecht haben sie? Welche Kräfte? Sind alle Protagonisten, oder ist auch ein Antagonist dabei?
Zu Scrivener:
Das ist ein Programm, gut für Bücher, aber schlecht für Drehbücher zu schreiben. Die kostenlose Software Celtx hat z.B. einen Bereich, wo Du etwas über die Perdonen schreiben kannst. Mein Programm DramaQueen, hat es, wie Final Draft, auch. Hier ein Beispiel, wie es bei einer Figur aussieht:

Zitat
Martina
Eine junge Frau, die wegen des Verlusts der Eltern leidet, und im Internat wahre Freundschaft und Liebe findet, für die sie kämpfen muss.
Voller Name: Martina König
Geschlecht: Weiblich
Alter: 19
Aussehen: schlank, leicht burschikos,
Beziehungsstatus: Single, Eltern verstorben
Sozialer Status: Anerkannt, da Eltern reich.
Rollen: Schülerin
Hobbys: Literatur, Schauspiel,
Sprechstil: Hochdeutsch
Biografisches: Martina wurde als einzigstes Kind einer reichen Unternehmerfamilie geboren. Vom Vater erbte sie ihre Begabung für Zahlen, von der Mutter ein schauspielerisches Talent, da die Mutter Schauspielerin war.
Von den Eltern geliebt, von Gouvernanten betreut, wurde sie gefördert, aber auch gefordert.
Mit 8 Jahren bekam sie die Kommunion, und begann, sich für Religion zu interessieren.
In der Schule aufgeweckt, aber lange krank (Herzprobleme und Rückenschmerzen), wurde sie von Privatlehrern unterrichtet, als die Schmerzen zustark wurden.. und wurde, im Im Gegensatz zu ihren Eltern, die eher Agnostiker waren, wurde sie in dieser Zeit gläubig.

Habe die Biografie noch nicht beendet, darum steht hier nicht mehr.

Credo: Gott liebt alle Menschen, besonders die Sünder!
Stärke: Ihre bedingungslose Liebe.
Charakterschwäche: Ihre Sucht nach Aufmerksamkeit.
Wunde: Der Tod der Eltern.
Größte Angst: Imogen zu verlieren.
Eigenheiten: Stampft mit den Füßen, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlt.
Selbstbild: Ich traure, bin aber auch aufgeschlossen.
Fremdbild: Eine junge Frau, die gerne im Mittelpunkt steht, aber das auch anderen zugesteht.
Wahres Selbst: Eine Seele auf der Suche nach der großen Liebe.
Backstory: Martina steht am Grab ihrer Eltern.
Dramat. Funktion: Protagonistin
Figurentyp: weder Held noch Antiheld
Want: Sie will Imogen.
Motivation: Sie liebt Imogen.
Strategie: Sie gesteht ihr ihre Liebe.
Need: Sie sucht jemanden, zu dem sie gehören kann, der ihre innere Leere nach dem Tod der Eltern ausfüllt.
Konflikt: Mit sich selbst wegen ihrer Liebe, mit Imogen, und mit Gerda, die "Homos" nicht auf dem Internat will.
Fallhöhe: tief
Entwicklung: Von trauernden zur liebenden jungen Frau, die für ihre Liebe kämpft.



So etwas dürfte Dein Programm nicht bieten, oder?

Zu der Webserie Video Game High School:

Hab die erste Folge gesehen. War ganz lustig, hatte auch coole Wendungen (z.B., dass die Schießerei zu Beginn ein Videospiel ist, und einer der Protoas der Captain). War auch semi-iprofessionell gemacht, also gut. Ich frage mich nur, wenn Du die Serie als Vorbild nimmst, wie DU Deine Serie aufbauen willst?


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RE: Superhelden-Webserie

#5 von 7River , 09.03.2018 12:28

Na ja, für den Anfang reicht das Schreibprogramm doch völlig aus. Tipps geben für Deine Serie kann ich Dir leider nicht geben.

 
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RE: Superhelden-Webserie

#6 von Phoenix_Writer , 09.03.2018 13:24

@Gerlinde Klar. Ich lese die Drehbücher von meinem Lieblingsfilmen (z.B. Matrix; Jurassic Park; The Avengers).
Da es heutzutage relativ schwer ist, gute Figuren/Superhelden zu erfinden bzw. neu zu erfinden, werde ich mich an bekannten orientieren. Die zwei größten Verlage (also MARVEL und DC) machen ja auch nichts anderes als »kopieren«. Zum Beispiel: Iron Man – Batman; Wasp – Bumblebee; Superman – Captain America; etc.
Tatsächlich bietet Scrivener einen Ordner zum Charaktere- und Orte-Planen.
Ich schätze, dass die Folgen ca. 20 – 30 min. im Durchschnitt werden.

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RE: Superhelden-Webserie

#7 von Gerlinde , 09.03.2018 14:09

Aber in Drehbuchformat kannst Du es nicht bringen mit Deinem Programm, oder? Was Superhelden angeht, so hätte ich drei für Dich, die ich ad hoc erfunden habe.

Micro Boy - Kann sich auf Mikrobengröße schrumpfen.
Brainman - Kann in die Gehirne anderer gehen, und ihre Gedanken und Erinnerungen lesen
Metamorph Girl - Kann ihre Gestalt verändern, sogar zu Gegenständen werden.

Wie Du siehst, sind die drei nicht bekannt, ud auch ihre Superkräfte neu. Mit ein wenig Nachdenken findet man also schon was.


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RE: Superhelden-Webserie

#8 von Phoenix_Writer , 09.03.2018 14:45

@Gerlinde Doch kann ich. Zwar nicht so perfekt wie in Celtx, weil ich mich in das Programm noch einarbeiten muss. – Aber Ja!
Die Charaktere sind zwar nett gedacht. Aber ich würde gerne so wenige Klischees wie möglich einbauen. Das heißt keine Namen mit „woman“, „man“, „boy“ oder „girl“. Vor allem versuche ich die Superkräfte nicht zu overpowerd zu machen, wenn du verstehst was ich meine.
Aber danke für die Ideen. (Ach ja, dazu zählt auch dieses erst-seine-kräfte-bekommen-Klischee. Vielleicht mache ich es mit genetischer Vererbung.)

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RE: Superhelden-Webserie

#9 von Gerlinde , 10.03.2018 04:30

Wenn Du die Drehbücher verkaufen willst, muss es "perfekt" sein. Will sagen, die richtige Formatierung, die richtigen Formulierungen und Dialoge, das richtige Layout. Aber ein Drehbuchprogramm soll mehr als das können! Es soll Dir auch helfen, die Gesetzmäßigkeiten eines Drehbuchs zu verstehen. Zum Beispiel: Jeder Figurentyp hat eine bestimmte Rolle, die er oder sie erfüllen muss, eine gewisse Entwicklung, auch in ihrem Want und Need. Am Ende soll die Frage beantwortet werden, ob die Figur bereit ist, aus dem Erlebten zu lernen oder nicht. Oder die Wendepunkte. Wie viele, und wo setze ich sie? Sind sie auch zu der Entwicklung meiner Figur passend?
Superhelden mit "Man", Woman", "Boy" oder "Girl" zu nennen, ist gute alte angelsächsische Tradition, der man folgen kann, aber nicht muss. Meine Vorschläge sollten Dir nur zeigen, wie leicht es ist, sich Superhelden auszudenken.
Das mit "erst seine Kräfte bekommen", ist kein Klischee, sondern dient dem Publikum als Hilfe, um die Figur und seine Kräfte kennen zu lernen. Denk mal an Peter Parker, alias Spiderman. Dadurch, das gezeigt wurde, wie er seine Kräfte bekam (Biss durch eine radioaktive Spinne), und vorher, wie normal er ist, wird dem Publikum verdeutlicht, wie seine Figurenentwicklung ist. Aber auch hier ein kann, nicht ein muss. Superman kam mit Superkräften auf die Erde, aber die Vorgeschichte (warum auf der Erde er Superkräfte hat), wurde ebenfalls erzählt.
Ich vermute mal, dass Deine Helden keine "ins Auge fallenden" Kräfte haben sollen, weil es so, ohne viele Spezialeffekte, einfacher umzusetzen ist. Wie wäre es dann mit Telekinese oder Wahrsagerei, als Kräfte? Leicht, und ohne großen Aufwand umzusetzen.


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RE: Superhelden-Webserie

#10 von Phoenix_Writer , 10.03.2018 07:39

@Gerlinde In der Tat. Um es verkaufen zu können muss es perfekt sein. Allerdings muss es auch anderes sein (zwar so, dass die Zuschauer das Gefühl haben es zu kennen, aber nicht zu sehr). Da spielen die Klischees auch eine wichtige Rolle. Wenn du zu viele hast, nervt es nur. Wenn du zu wenige hast, dann hat es keine Erfolge, weil sie es nicht erkennen. Jedoch sollte man mit den ganz typischen Klischees vorsichtig sein! Es ist dann nichts halb-neues mehr.
Am besten man sieht sich in dem gewünschten Genre (Action/Comedy/Superhelden) Filme an, die der Idee ähneln oder »reine« Filme in dem Genre.

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RE: Superhelden-Webserie

#11 von Gerlinde , 10.03.2018 18:18

Du sagtest, dass Du die Geschichte als Webserie mit der Heldenreise erzählen willst, und jede Folge so um die 30 Minuten dauern soll. Ich hab mich bei Profis noch mal schlau gemacht. Die haben mir gesagt, dass eine Heldenreise NIE bei Serien eingesetzt wird, sondern nur in Spielfilmen, und, dass man bei Serien üblicherweise in zwei, drei oder vier Akten erzählt. Das beste Beispiel sind amerikanische oder britische Serien (z.B. die "Straßen von San Francisco" oder "Die Profis", beide etwas je Folge 45 Minuten lang). Die werden in vier Akten erzählt.
Hast Du schon die Figuren entwickelt, und einzelne Handlungsstränge (Storylines) für jede Hauptfigur?


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RE: Superhelden-Webserie

#12 von Phoenix_Writer , 10.03.2018 18:30

@Gerlinde Dann kann ich die Heldenreise wegschmeißen. Wie stelle ich das dann an? Ja, ich suche mir derzeit Inspiration für die Figuren. Ich habe allerdings schon die Idee für den Namen der Schule: »Pantheon Prep«. Und ein Metall (dies gibt es auch in der griechischen Mythologie) Adamant. 40 Minuten? Also 40 Szenen?


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RE: Superhelden-Webserie

#13 von Gerlinde , 10.03.2018 19:07

Bevor Du mit dem Schreiben des Drehbuchs beginnen kannst, und somit die Einteilung in Akte, musst Du Anfang, Mitte und Ende Deines Plots kennen, sowohl die der Hauptfigur (Protagonist), als auch der anderen Figuren. Diese werden in Storylines angezeigt. Hier ein Beispiel für einen gerade ausgedachten Plot:
Anfang: Frau erfährt, dass sie erbt, jedoch keine Millionen, sondern ein altes Haus (Anstoß und Plot Point 1, Anstoß positiv, PP 1 negativ)
Mitte: In dem Haus findet sie eine Schatzkarte, und gerät in Lebensgefahr, als sie den Schatz sucht. (Midpoint und Plot Point 2, Midpoint positiv, PP2 negativ)
Ende: Frau birgt den Schatz, und erkennt, dass ihre Familie ihr größter Schatz ist. (Klimax und Last Twist, beide positiv)
Bei einem Dreiakter, ist der zweite Akt doppelt so lang, wie erster und dritter Akt. Das heißt, wenn der erste Akt 15 Szenen hat, hat der zweite Akt ungefähr 30 Szenen (Midpoint nach etwa 15 Szenen in diesem Beispiel), und der dritte Akt wieder 15.
Wichtiger als der Name der Schule sind die Figuren. Sie sollten dreidimensional sein, Brüche, Macken und ein eigenen want und need haben. Dazu ist es wichtig, eine Art Kurzbiografie der Figur zu schreiben. Hier ein Beispiel von einer meiner alten Figuren aus einem Drehbuch:

Zitat
Sandra wurde als viertes Kind, und zweite Tochter einer neunköpfigen Mormonenfamilie in Klagenfurt, Österreich geboren. Der Vater, ein Angestellter bei der Stadt, die Mutter Hausfrau, erzogen sie, wie all ihre Kinder, streng, aber liebevoll. Als Sandra in die Schule kam, lernte sie schnell, und verliebte sich in ihre Lehrerin, Frau Weiß, die sie, wie sie ihr mit 7 Jahren sagte, heiraten wollte, wenn sie groß sei, was die Lehrerin belächelte. Als Sandra im Alter von 11 Jahren hörte, dass Homosexualität eine Todsünde sei, schämte sie sich ihrer Gefühle, und versuchte, die zu verdrängen. indem sie mehr fastete, betete, und sich noch enger an die Regeln der Mormonen hielt. Sie bestand ihr Abitur, und überlegte, was sie studieren könnte? Ihr Vater riet ihr zu einem guten Beruf, da sie ja doch irgendwann heiraten würde. Sandra war 21 Jahre alt, als ihre Mutter ihr vorschlug, das angesparte Geld ihres bei einem Unfall verstorbenen Bruders JENS (17) zu nehmen, um auf Mission gehen zu können, und sich dort zu entscheiden, welchen Weg sie gehen will. Der Vater war dagegen, musste erst überzeugt werden. Sandra bat den Bischof darum, alles für die Missionsbewerbung fertig zu machen, und nahm einen Job in einem Schnellrestaurant an, um Geld dazu zu verdienen. Dann war der Brief da. Sie sollte in die Deutschland Hamburg Mission.


Figur "Sandra" aus "Knips es aus".
Neben der Kurzbiografie, ist auch wichtig, welche Funktion die Figur im Drehbuch erfüllen soll. Protagonist (Held, Antiheld, Gegenheld, weder Held noch Antiheld), Love Interest, Antagonist (Gegenspieler des Protagonisten), dominante Figur, Freund, Sidekick (wie Robin für Batman), Kathalysator, Behinderer. Sie alle haben gewisse Funktionen und Darstellungsformen. Einem Held gelingt alles, einem Antiheld wenig, und ist Einzelgänger, zumindest, bis die Story in Fahrt kommt (das beste Beispiel hierfür ist "Hanccock" mit Will Smith)
Wie meine Lehrerin an der VHS immer sagte: "Schreiben ist zu zehn Prozent Inspiration, und zu neunzig Prozent Transpiration".


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RE: Superhelden-Webserie

#14 von Phoenix_Writer , 10.03.2018 19:19

@Gerlinde Erst Figuren, dann Story. Das ist ja wie beim Comic!
Dreidimensionale Figuren sind wichtig. Das ist klar. Hast du irgendwelche Vorschläge wie ich Figuren entwickeln könnte? Vielleicht kannst du ja ein Beispiel an Hand von Bumblebee und Wasp machen. Wenn du verstehst was ich mein.

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RE: Superhelden-Webserie

#15 von Gerlinde , 10.03.2018 20:12

Man entwickelt entweder zuerst die Story, und dann die Figuren, die zur Story passen, oder zuerst die Figuren, und dann die zu den Figuren passende Story. Hier eine kleine Hilfe aus meiner Drehbuchsoftware:
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Seiten 8-9)
Das ist ne Hilfe. Die Figur musst Du schon selbst entwickeln.


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